Dienstag, 17. Januar 2017

Am Rothsee

Der Rothsee liegt in der Nähe von Zusmarshausen, etwa fünfzehn bis zwanzig Kilometer westlich von Deuringen. Die ehemalige Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Landkreis Augsburg-West hat im Zuge eines Flubereinigungsverfahrens nach dem Bauentwurf des Wasserwirtschaftsamtes Günzburg von 1972 bis 1974 den Rothsee erschaffen, und zwar durch den Bau eines Dammes mit dem Aufstau des Fließgewässers Roth unmittelbar östlich der Marktgemeinde Zusmarshausen im Herzen des Naturparks Westliche Wälder. Die Gründe für den Bau des Rothsees waren damals einerseits die Aufwertung und Stärkung der Wirtschaftsstruktur des Marktes Zusmarshausen sowie andererseits eine gleichzeitig bewirkte Hochwasserschutzmaßnahme für die Zusam durch das Auffangbecken Rothsee. Zur landschaftlichen Einbindung wurden damals tausende von Bäumen und Sträuchern gepflanzt. Seitdem hat sich der Rothsee zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, sowohl im Sommer als Erholungssee mit herausragender Naturkulisse für Feste und Veranstaltungen, als auch im Winter für vielerlei Eissportarten. Außerdem wird das Gewässer von einem anliegenden Fischereiverein genutzt.
Der westliche Teil des Sees wurde im Laufe der Jahre zur intensiven Freizeit- und Erholungszone, während der östliche Teil mit Insel, Schilfbereichen und naturnahen Ufergehölzen nach einem Übergangsbereich als Puffer eine ökologische Wertigkeit erlangte. Im Zuge von Neugestaltungsmaßnahmen wurde vor etwa zwei Jahren der Uferbereich zum Teil mit generationenübergreifenden Erlebnisbereichen ausgestattet, während Infotafeln gleichzeitig auf die Sensibilität und Wichtigkeit des Ökosystems Rothsee und seines Zuflusses aufmerksam machen. Jetzt, mitten im Januar, liegt auf den Liegewiesen nur Schnee, der See ist zum Baden zu kalt, die Eisfläche zum Schlittschuhlaufen zu dünn und die Infotafeln entlang der Wege scheinen nur für einen einzigen einsamen Wanderer aufgestellt worden zu sein.

Sonntag, 15. Januar 2017

Bei The Luc Pham

Bei The Luc Pham werden neben einer Vielzahl von japanischen Sushi und Sashimi verschiedene Gerichte aus der thailändischen und vietnamesischen Küche angeboten. Im Lokal stehen sehr schöne Tische, fernöstliche Bilder hängen an den Wänden, Figuren und ein Aquarium schmücken den Raum. Obwohl die Speisekarte Interessanteres offeriert, fällt die Wahl auf eine leicht scharfe Peking-Suppe mit Entenfleisch, Eier und Morcheln, danach die süß-saure Variante der knusprigen Ente mit Gemüse und Ananas, selbstverständlich Reis und zum Abschluss gebackene Bananen mit Honig und Mandeln. Klar, diese Menüfolge ist wenig spektakulär, fast schon typisch und geradezu spießig, schmeckt aber immer wieder. So auch bei The Luc Pham, der mit seinem Resurant „Blue Ingwer” in der Berg-am-Laim-Straße außerdem den Beweis liefert, dass man auch in München noch günstig essen kann.

Sonntag, 8. Januar 2017

Mangostan

Mangostan hat keine Gemeinsamkeiten mit Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Dagestan oder Turkmenistan. Magostan ist keine ehemalige Republik der Sowjetunion. Magostan hat auch nichts mit Afghanistan oder Pakistan zu tun. Mangostan ist eine Frucht, doch nicht im Entferntesten verwandt mit Mango. Sie sieht so ähnlich aus wie eine Mohnkapsel und man könnte sich gut vorstellen, dass sie wie eine Blume auf einem Stängel gewachsen ist. Das stimmt aber nicht. Die Früchte wachsen auf einem Baum, der über hundert Jahre alt und fünfundzwanzig Meter hoch werden kann. Ursprünglich stammt das Gewächs wahrscheinlich aus Malaysia, es ist mittlerweile aber fast im gesamten südostasiatischen Raum und in einigen südamerikanischen Ländern verbreitet. Die Bäume dulden nur Temperaturen zwischen vier und achtunddreißig Grad. Alle Versuche, sie nördlich des zwanzigsten Breitengrades anzupflanzen, schlugen fehl. Die holzige Schale der Mangostan ist dick und fast so hart wie eine Nuss. Sie schmeckt bitter und findet in der Volksmedizin Verwendung. Um eine Frucht zu öffnen, sollte man sie mit einem Messer aufschneiden. Die weichste Stelle befindet sich oben. Wer kräftige Hände hat, dem gelingt es auch, die Frucht nach dem Entfernen des Stängelansatzes mit den Blättern aufzubrechen. Zum Vorschein kommt dann das süßlich-säuerliche, weiße Fruchtfleisch, das ähnlich wie Knoblauchzehen aussieht, aber vollkommen anders schmeckt.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Winter

Könnte ich den Winter nur verschlafen! Solange ich wach bleibe, grolle ich ihm, dass seine Macht so groß und so weit ist. Wahrlich, einmal muss auch er dem Maien weichen. Dann pflücke ich dort Blumen, wo jetzt Reif liegt. 
Walther von der Vogelweide (ca. 1170-1230)

Dienstag, 3. Januar 2017

Schwäbisches Handwerkermuseum

Ein wahres Kleinod in der Augsburger Altstadt ist das schwäbische Handwerkermuseum. Es liegt etwas versteckt und ist für die Besucher nicht leicht aufzuspüren, doch wer den Weg durch den Handwerkerhof beschritten hat und den Blick in das idyllisch gelegene Museumsensemble schweifen lässt, der wird belohnt. Das Museum liegt harmonisch eingebettet in die Stadtmauer, dem Heilig-Geist-Spital, den Wassertürmen und Wallanlagen am Roten Tor im unteren Brunnenmeisterhaus. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, das durch Verfall und Kriegsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, wurde durch die Schwäbische Handwerkskammer, die auch Betreiberin des Museums ist, nach historischem Vorbild komplett renoviert.
In den Räumen sind detailgetreu nachgebildete Werkstätten alter und zumeist ausgestorbener Handwerksberufe wie Bader, Sattler, Schuhmacher, Uhrmacher, Bäcker, Buchbinder oder Posamentierer zu sehen. Seit 1985 werden auf zweihundertfünfzig Quadratmetern originale Einrichtungen, Werkzeuge, Arbeitsmaterialien, handwerkliche Dokumentationen und Vieles mehr gezeigt. Ein eigener Bereich ist den Zünften gewidmet. Unter anderem sind Zunftwappen, Zunftsteine oder Zunfttruhen zu bewundern. Die Exponate wurden aus ganz Schwaben zusammengetragen. Hier wird Handwerk, Technik und Brauchtum von einst bis jetzt erlebbar. Der Eintritt - und das erstaunt dann doch angesichts dieser Reichhaltigkeit und Fülle in einer ansprechenden und gepflegten Umgebung - ist frei. 
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